Ein zweites Leben für eine Tennishalle: Mehrzweck-Tragwerk 38 × 50 m zur Wiederverwendung
Wie ein über 30 Jahre altes Stahltragwerk aus dem Alpenvorland demnächst an anderer Stelle weiterspielt – und warum sich das für alle Beteiligten rechnet
Wer die Tennishalle betritt, denkt nicht an Abbruch. Plätze auf blauem Teppichboden, ein sauberer Stahlrahmen über dem Kopf, Tageslicht durch die Giebel. Die Halle wird gepflegt, geheizt und bespielt – und das noch bis zum Ende der laufenden Hallensaison. Danach soll das Grundstück frei werden.
Der klassische Weg wäre bekannt: Bagger, Schere, Container, Schrottplatz. Ein paar Wochen später ist von der Halle nur noch ein Betonhaufen und eine Rechnung übrig. Wir gehen einen anderen Weg.
Was da eigentlich steht
Hinter der schlichten Fassade aus weißen Porenbetonplatten, irgendwo im süddeutschen Alpenvorland, verbirgt sich ein Tragwerk, das man heute genau so wieder bauen würde: elf geschraubte Stahl-Zweigelenkrahmen mit 38 Metern Spannweite, im Abstand von fünf Metern über 50 Meter Hallenlänge. Darauf liegt ein Trapezblechdach ohne Pfetten, ausgesteift über Dach- und Wandverbände. Anfang der 1990er Jahre von renommierten Fachbetrieben errichtet, vom Bauherrn mit großem Engagement begleitet und bis ins Detail fotografisch festgehalten, ausgelegt für die überdurchschnittliche Schneelast der Voralpenlage und geprüft von einem staatlich anerkannten Prüfamt für Baustatik.
Das Entscheidende: Die Halle ist vollständig dokumentiert. Statik, Prüfberichte, elf Konstruktionspläne, sogar die Herstellerunterlagen der Lichtbauelemente liegen vor. Dazu kommt etwas, das man bei Bestandshallen selten findet: eine Fotodokumentation der Bauphase, die gerade digitalisiert wird und zeigt, wie Fußpunkte, Verankerungen und Anschlüsse ausgeführt wurden, bevor die Hülle geschlossen war. Aus Altstahl wird damit ein Bauteil mit Herkunft – und genau das macht den Unterschied zwischen Schrottwert und Wiederverwendungswert.
Warum Re-Use hier funktioniert
Nicht jede Halle eignet sich für den Rückbau zur Wiederverwendung. Diese schon, aus drei Gründen:
Alles ist geschraubt. Rahmenstöße, Verbände, Giebelstützen – kein Bauteil muss zerschnitten werden. Die Halle lässt sich in umgekehrter Montagereihenfolge zerlegen, so wie sie einmal aufgebaut wurde.
Das Dach trägt sich selbst. Weil die Aussteifung über Verbände läuft und nicht über das Trapezblech, kann die Dachhaut früh abgenommen werden, ohne dass das Tragwerk an Stabilität verliert. Das vereinfacht die Reihenfolge auf der Baustelle erheblich.
Der Zustand stimmt. Beheizt, trocken, gepflegt. Keine Korrosion an den Fußpunkten, keine Verformungen, ein intakter Beschichtungsaufbau. Was in über 30 Jahren nichts abbekommen hat, hält weitere Jahrzehnte.
Vier Parteien, ein Plan
THAL REUSE SYSTEMS bringt die Beteiligten zusammen und sorgt dafür, dass jeder das tut, was er am besten kann:
Unser Partner-Hallenbauer, mit dem wir seit über 20 Jahren zusammenarbeiten, übernimmt die fachgerechte Demontage – Bauteil für Bauteil, mit Kennzeichnung nach Positionsplan – und garantiert den professionellen Wiederaufbau am neuen Standort. Sein Geschäftsführer war beim Ortstermin dabei, hat den Bestand in Augenschein genommen und sein Urteil war eindeutig: ein hervorragendes Tragwerk. Und eines, das mehr kann als Tennis. Die für Tennishallen unüblich hohe Traufe von fünf Metern erlaubt LKW-taugliche Toröffnungen – damit kommen Lager, Logistik oder Produktion genauso in Frage wie Sport oder Reitbetrieb.
Der Erwerber bekommt auf Wunsch ein Komplettpaket aus Demontage und Wiederaufbau. Den statischen Nachweis für den neuen Standort lässt er am besten von einem Architekten und Statiker vor Ort führen – die kennen die örtlichen Lasten und haben den kurzen Draht zur Baubehörde; wer das nicht möchte, bekommt den Nachweis optional über die mit THAL REUSE SYSTEMS verbundenen Tragwerksplaner. Wer ein eigenes qualifiziertes Team mitbringt, kann das Tragwerk auch unter Fachaufsicht selbst demontieren – dann übernimmt er auch den Ausbau der Gebäudehülle, damit das Tragwerk dabei nicht beschädigt wird: Dachbahn, Dämmung, Wandplatten und Lichtbauelemente werden getrennt erfasst und in bereitgestellte Container verbracht. Wer die Porenbeton-Wandplatten unbeschädigt herausbekommt, kann sie ebenfalls mitnehmen – für Nebengebäude oder Lagerräume sind sie noch gut, und jede Platte, die nicht in den Container geht, spart Ressourcen.
Ein regionales Abbruch- und Entsorgungsunternehmen, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiten, stellt Container, übernimmt die Entsorgungsnachweise und baut anschließend Fundamente und Nebenbauten konventionell zurück. Baufeldfreimachung aus einer Hand.
Der Eigentümer bekommt am Ende ein freies Grundstück – zu geringeren Kosten als bei einem konventionellen Abbruch und mit einem Erlös für das Tragwerk, der deutlich über dem Schrottwert liegt.
Wir nennen das eine Win-Win-Win-Situation. Das klingt nach Marketing, ist aber schlicht Rechnung: Die Entsorgungskosten sinken, weil sortenrein getrennt wird und die Demontage nicht mit dem Bagger erfolgt. Der Verkaufserlös steigt, weil ein dokumentiertes Tragwerk mehr wert ist als 80 Tonnen Mischschrott. Und der Erwerber bekommt eine bewährte Halle mit vollständigen Unterlagen zu einem Bruchteil der Neubaukosten – bei rund 90 Prozent weniger Herstellungsenergie als neuer Stahl.
Mehr als Tennis: ein Mehrzweck-Tragwerk
Was mit 38 Metern stützenfreier Breite, fünf Metern Traufe und fast elf Metern First alles geht, ist eine längere Liste – man kann die Konstruktion mit Recht als Mehrzweck-Tragwerk bezeichnen. Weil die Giebelstützen keine Dachlast tragen, lassen sich in beiden Giebeln breite Schiebetore einbauen – und damit öffnet sich die Halle für ganz andere Nutzer:
Logistik und Gewerbe: Lagerhalle mit LKW-Durchfahrt, Produktions- oder Montagehalle, Werkstatt, Wertstoffhof, Einstellhalle für Wohnmobile, Oldtimer oder Baumaschinen.
Landwirtschaft: Getreide- und Futterlager, in dem Kipper im Hallenmittelbereich unter dem First abkippen können, Maschinenhalle, Hackschnitzel- oder Strohlager, Kartoffel- oder Gemüselager mit Belüftungsboden.
Luft und Wasser: Hangar für Segel-, Ultraleicht- oder Kleinflugzeuge mit bis zu 30 Meter breiter Toröffnung im Giebel, Bootslager und Winterlager für Segel- und Motorboote.
Sport und Freizeit: Indoor-Fußball, Padel mit bis zu acht Courts, Kletter- und Boulderhalle mit zehn Meter hohen Wänden im Firstbereich, Trampolinpark, Bikepark, Reithalle mit 20 × 60 m Dressurviereck – oder eine Eislaufhalle, in die eine 30 × 60 m große Eisfläche hineinpasst.
Und sonst: Markt- und Eventhalle, kommunales Lager, Vereinsheim mit Halle, Notunterkunft.
Für einige dieser Nutzungen – Eisfläche, Kartoffellager, Reithalle – ist ein eigener Bodenaufbau und eventuell zwei weitere Hallenfelder nötig: Kühlregister, Belüftungskanäle oder Tretschicht. Das ist bei einem Neubau nicht anders, und das Tragwerk stört dabei nicht, weil keine Stütze im Weg steht.
Ein Punkt kommt dazu, der oft übersehen wird: Das Tragwerk ist für die Schneelast des Alpenvorlands bemessen. Wer es in einer Region mit weniger Schnee wieder aufbaut, gewinnt Tragreserven – und die reichen in der Regel für eine aufgeständerte Photovoltaikanlage auf den rund 2.000 Quadratmetern Dachfläche, ohne das Dach zu verstärken. Bei 17 Grad Neigung sind das in der Größenordnung von 300 bis 400 Kilowattpeak. Den genauen Nachweis liefert die Standortstatik, aber die Ausgangslage ist eine, die man bei einem Neubau erst teuer bezahlen müsste.
Was noch dazugehört
Selektiver Rückbau ist keine Romantik. Die alte Mineralwolle aus dem Dach ist ein gefährlicher Abfall und wird unter den Schutzmaßnahmen der TRGS 521 ausgebaut und verpackt. Die Porenbetonplatten werden mit Teleskoplader und Hebebändern einzeln abgenommen. Und wer auch immer demontiert, arbeitet nach deutschem Arbeitsschutzrecht, mit Kranschein und Absturzsicherung.
All das steht in einer gemeinsamen Schnittstellenvereinbarung, bevor der erste Schraubenschlüssel angesetzt wird. Wer die Verantwortung klar verteilt, streitet später nicht über Stillstandskosten.
Wie es weitergeht
Bis zum Ende der Hallensaison wird noch Tennis gespielt. Danach beginnt der Rückbau. Wir begleiten das Projekt von der Zustandsaufnahme bis zum Wiederaufbau – und berichten hier weiter.
Wenn Sie eine Halle besitzen, die weg muss, aber zu schade für den Schrott ist: Sprechen Sie uns an. Und wenn Sie eine gebrauchte Stahlhalle suchen – als Lagerhalle, Reithalle, Maschinenhalle, Hangar oder Sporthalle – und ein Mehrzweck-Tragwerk wollen, das schon einmal bewiesen hat, dass es hält: auch dann.
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Das Exposé (Objekt-ID: TRS-1900-3FT-ZR38TH5-001) mit allen technischen Daten stellen wir Interessenten auf Anfrage zur Verfügung. Standort und Beteiligte nennen wir aus Diskretionsgründen erst bei konkretem Interesse.
Kontakt: THAL REUSE SYSTEMS · Johann Thal · +49 (0)172 3467443


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